Mehr zum Thema in unserer Broschüre

Mit unserer Broschüre möchten wir Ihnen erklären, worauf es bei einer Allergie vorbeugenden Ernährung ankommt und worauf Sie achten sollten, insbesondere, wenn in Ihrer Familie bereits gehäuft Allergien auftreten. Wir hoffen, dass wir mit unseren Empfehlungen dazu beitragen können, dass Ihrem Kind eine Allergiekarriere erspart bleibt und es gesund und unbeschwert aufwachsen kann.


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Special

Ansätze zur Unterstützung der gesunden Entwicklung


Gestillte Säuglinge haben ein geringeres Risiko, später übergewichtig zu werden. Außerdem sind sie vor akuten Magen-Darm-Problemen deutlich besser geschützt. Letzteres liegt an ihrer gesunden Darmflora, die einen hohen Anteil an Bifidusbakterien besitzt.

Hypoallergene Säuglingsnahrung ist derzeit der wichtigste Baustein bei der primären Allergieprävention. Zusätzlich versucht man, z. B. durch verbesserte Nährstoffzusammensetzung oder Zugabe spezieller Nährstoffkombinationen, Säuglingsmilchnahrungen weiter zu optimieren.

  Optimaler Eiweißgehalt kann Übergewicht vorbeugen

Ein wichtiger Aspekt bei der frühkindlichen Ernährung ist neben der Vorbeugung von Allergien das Vermeiden von Übergewicht. Wie eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland dokumentiert, sind heute rund 15 % der Kinder übergewichtig (4). Verschiedene Untersuchungen bestätigen, dass eine starke Gewichtszunahme in den ersten Lebensjahren das Risiko für späteres Übergewicht erhöht. Muttermilch bietet auch hierfür die beste Vorbeugung. Verantwortlich für eine ungewollt hohe Gewichtszunahme vieler Säuglinge, die nicht gestillt werden, ist der zum Teil hohe Eiweißgehalt einiger Säuglingsnahrungen. Eiweißarme Säuglingsanfangs- bzw. Folgenahrungen mit niedrigem Eiweißgehalt führen hingegen zu einer Gewichtsentwicklung, die den Werten gestillter Kinder entspricht (5). Deshalb gilt die Empfehlung, den Eiweißgehalt der Säuglingsnahrung zu beachten und auf HA-Nahrung mit besonders niedrigem Proteingehalt zurückzugreifen.

  Die Rolle der gesunden Darmflora

Ein weiterer interessanter Ansatzpunkt ist es, das kindliche Abwehrsystem über die Ernährung zu stärken und die Darmflora, die mit verschiedenen Bakterienarten besiedelt ist, positiv zu beeinflussen. Dadurch kann es gelingen, die Barrierefunktion der Darmschleimhaut zu verbessern, so dass sowohl potenzielle Krankheitserreger als auch Allergene leichter abgewehrt werden können.

  Probiotika und Prebiotika

Zu den gesundheitsfördernden Bakterien gehören Milchsäurebakterien wie zum Beispiel Bifidusbakterien. Kinder, die gestillt werden, besitzen nachweislich einen hohen Anteil an Bifidusbakterien in ihrer Darmflora. Sie sind infolgedessen besser vor Magen-Darm-Problemen geschützt. Außerdem gibt es Hinweise, dass die Darmflora Einfluss auf die Allergieentwicklung haben könnte. Moderne Säuglingsnahrung versucht dem Rechnung zu tragen. Dazu gibt es zwei verschiedene Konzepte. Eine Möglichkeit besteht darin, der Nahrung natürliche Bifidusbakterien zuzufügen. In diesem Fall spricht man von Probiotika. Beim prebiotischen Konzept wird die Nahrung mit bestimmten unverdaulichen Stoffen, die das Wachstum von Bifidusbakterien im Darm fördern, angereichert.

Zu beiden Konzepten gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die die gesundheitsfördernde Wirkung bestätigen. Insbesondere der probiotische Ansatz mit der Anreicherung von Bifidusbakterien (z. B. Bifidusbakterium Lactis BL, Laktobazillus GG) ist Gegenstand zahlreicher Studien, die u. a. belegen, dass dadurch eine Annäherung an die Schutzwirkungen von Muttermilch erreicht wird.


Ab dem 5. bis spätestens 7. Lebensmonat erlischt der Saug- und Schluckreflex. Der Säugling kann mit Unterstützung aufrecht sitzen, seine Kopfhaltung kontrollieren und vom Löffel essen.

Einführung von Beikost

Die Aktivitäten des Kindes steigern sich, sein Energie- und Nährstoffbedarf wächst. Irgendwann reichen Muttermilch und Säuglingsnahrungen nicht mehr aus. Das Kind braucht für seine weitere Entwicklung wichtige Nährstoffe. Allein durch das Wachstum steigt z. B. der Eisen- und Zinkbedarf und kann allein durch Milchnahrung nicht mehr gedeckt werden. Wenn das Kind die Fertigkeit entwickelt hat, seine Kopfhaltung zu kontrollieren und festere Nahrung nicht mehr im Reflex mit der Zunge aus dem Mund schiebt, sondern schlucken kann, ist der Zeitpunkt gekommen, mit der Zufütterung von Beikost zu beginnen. Dies wird frühestens nach dem 4. Monat der Fall sein. Aus ernährungsphysiologischen Gründen empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, spätestens bis Anfang des 7. Monats bei allen Kindern mit der Beikost zu beginnen.


Mit der Umstellung auf Beikost sollten dem Kind zusätzlich Getränke angeboten werden. Empfehlenswert sind Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee.

  Korrigierte Empfehlungen

Zur Vorbeugung von Allergien galt bis vor einiger Zeit die Empfehlung, das Zufüttern mit Beikost möglichst bis zum sechsten Monat hinauszuzögern. Es gibt jedoch keine gesicherten Belege dafür, dass der späte Beginn der Beikost einen negativen Einfluss auf die Entwicklung einer Allergie hat.

Nach Auswertung verschiedener Studien hat auch das Meiden bestimmter allergener Nahrungsmittel in den ersten Lebensjahren keinen allergievorbeugenden Effekt und wird deshalb nicht empfohlen.

Sinnvoll ist es, langsam mit der Einführung von Beikost zu beginnen und den Speiseplan nach und nach mit neuen Nahrungsmitteln, z. B. Gemüsebrei aus Möhren, Pastinaken oder Kartoffeln, zu erweitern. So lässt sich am besten herausfinden, ob das Kind bestimmte Lebensmittel schlecht verträgt. Eine gute Möglichkeit, Nahrungsmittel Schritt für Schritt einzuführen, bietet die sogenannte Anfangs-Glaskost. Diese sehr fein pürierten und damit leicht zu schluckenden Fertigbreie sind besonders einfach zusammengesetzt. Das heißt, die Fertigprodukte bestehen nur aus einer, zwei oder maximal drei sehr bekömmlichen Zutaten und sind ohne Zucker- und Salzzusatz. Mit Beginn von Kaubewegungen, etwa ab dem 6. bis 8. Monat, können später weniger fein pürierte Breie gegeben werden.